Korrigieren oder nicht – das Rechtschreib­dilemma

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Wir als Werbetreibende bzw. Werbung Schaffende haben häufig das Problem, dass die uns gelieferten Textvorlagen nicht ganz (und häufig gar nicht) den gängigen Normen der deutschen Rechtschreibung und Grammatik entsprechen. Mit Recht kann der Kunde von uns erwarten, dass wir diese Texte nach bestem Wissen und Gewissen und den neusten Regeln korrigieren. So weit, so gut. Was aber, wenn der Kunde das gar nicht will? Er muss nämlich nicht „richtig“ schreiben. Nur im Rahmen des Schulunterrichts und bei gewissen öffentlichen Schreiben ist die Norm tatsächlich verbindlich. Alle anderen dürfen schreiben, wie sie wollen! Das hat das Bundesverfassungsgericht 1998 und zuletzt noch einmal 2006 klargestellt.

Was also tun, wenn unser Auftraggeber auf seiner falschen Schreibweise beharrt? Wenn er unbedingt „innowativ“ sein will und Handy’s oder Pkw’s verkaufen möchte und das am Freitag, den 13.?

Bei manchen Unsinnigkeiten hat der Duden ja inzwischen schon kapituliert. Der englische Genitiv-Apostroph (Maier’s Hund) ist da inzwischen genauso erlaubt wie zum Beispiel das beliebte neu Verb „downloaden“ (Konjugieren Sie das mal!). Dafür ist der Duden auch nicht mehr das verbindliche Standardwerk sondern nur noch eine Art Richtlinie, zumindest was die Rechtschreibung und die Aufnahme neuer Wörter angeht. Dem grammatischen Teil sollte man noch einigermaßen vertrauen können. So schlimm ist die „Verdenglischung“ Gott sei Dank noch nicht fortgeschritten, und der Beitrag unserer türkischstämmigen Mitbürger bewegt sich weitestgehend im nichtschriftlichen Bereich. Da ist er allerdings unüberhörbar.

Fazit: Unser Dilemma bleibt. Ob wir korrigieren oder nicht, wir riskieren immer Ärger.

Apropos „weitestgehend“, das ist zwar richtig aber auch richtig uncool. Bis in die Kreise unserer Nachrichtensprecher grassiert nämlich die Manie, Verben zu steigern statt der Adverben. Das ist inzwischen weitgehendst normal, wenn auch entsetzlich.