Der 25. Buchstabe im Alphabet

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Neu ist er nicht, aber seit kurzem amtlich: der Großbuchstabe zum „ß“.

Bis heute haben wir ja überall dort, wo wir ein Wort mit dem scharfen „ß“ in Versalien setzen wollten, zwei „S“ hintereinandergesetzt. In unserem Satzprogramm InDesign ist dies sogar eingebaut. Wenn man ein solches Wort markiert und auf „Großbuchstaben“ stellt, wird das „ß“ automatisch durch „SS“ ersetzt.

Jetzt hat aber der „Rat für deutsche Rechtschreibung“, der für „richtiges“ Deutsch in allen deutschsprachigen Ländern sorgen soll, beschlossen, dass es an der Zeit wäre, das „SS“ abzuschaffen, was ja auch immer einen historisch bedingten Beigeschmack hat und statt dessen das große scharfe „ß“ einzuführen.

Als Begründung nannte man vor allem die zunehmende Verwendung von Versalien in der deutschen Schrift.

Sei es wie es ist, den Schweitzern ist das egal: Ob Maße oder Masse, für die ist das einerlei, aber die sprechen ja sowieso so komisch.

Und wir armen Grafiker, Setzer und Layouter, was machen wir mit all den vielen teuren Schriften auf unseren Rechnern?

Nun, zum einen ist – wie bei so vielen sprachlichen „Vorschriften“ – die Anwendung des Großbuchstabens „ß“ freigestellt, zum anderen haben etliche Schriften das große „ß“ bereits implementiert. Man muss es bloß finden! Mit der Tastenkombination „ALT GR/SCHIFT/ß“ steuern Sie den Unicode 1E9E in Ihrem Schreibprogramm an – egal ob MAC oder PC.

Das geht natürlich nur, wenn das Zeichen tatsächlich vorhanden ist, sonst kommt so etwas „ẞ“, und man muss beim SS bleiben.